Katzenkrankheiten

mittelmeerkrankheiten



  FIV, auch bekannt als Katzenaids

  FeLV, auch bekannt als Leukose

  Toxoplasmose                                      



Was ist FIV?

Der Feline Immunodeficiency Virus (FIV) gehört zur Klasse Retroviren wie der Feline Leukämie Virus (FeLV), aber mit einem wesentlichen Unterschied: FeLV gehört zur Unterfamilie der Oncornaviren, FIV zu den Lentiviren, zusammen mit den Erregern der progressiven Pneumonie der Schafe, der ansteckenden Pneumonie der Pferde, der Gelenk- und Gehirnentzündung der Ziegen und des AIDS beim Menschen. FIV und FeLV können ähnliche Krankheitsbilder hervorrufen, sind aber sonst sehr verschieden, schon im Aussehen. FIV ist länglich, FeLV fast rund. Auch genetisch sind sie recht unterschiedlich, und ihr Struktureiweiss unterscheidet sich in Grösse und Zusammensetzung. Das erklärt das Fehlen von Kreuz-Immunität. FeLV-Antikörper können nicht an FIV andocken, FIV-Antikörper nicht an FeLV.

Vorkommen
FIV kommt international, aber mit unterschiedlicher Häufigkeit vor. In den USA zeigen 1,5-3% der gesunden aber bis 15% der kranken Katzen positive FIV-Titer. Wildlebende Kampfkater sind am häufigsten positiv, reine Hauskatzen am seltensten.

Ansteckung
Im Vordergrund steht die Übertragung durch Bissverletzungen. Aber auch andere, friedliche, Sozialkontakte unter Katzen können in Ausnahmefällen zur Infektion führen. Die Ansteckung der Welpen durch die Mutter kann schon intrauterin, während der Geburt oder durch die Muttermilch erfolgen. Die Ansteckung beim friedlichen Zusammenleben mehrerer Katzen scheint eher selten zu sein. Ideal ist sicher eine Abgabe oder Isolation der Virusträger. Findest das nicht statt, ist das Risiko der Ansteckung trotzdem gering, immer vorausgesetzt, es finden keinerlei Beissereien statt. Ausserhalb der Katze ist der Virus recht instabil und kann unter normalen Bedingungen nur wenige Stunden überleben. Eine Wartezeit nach dem Ableben einer FIV-Katze bis zur Neubesetzung ist deshalb eigentlich unnötig. Andererseits haben FIV-Katzen in der Regel noch weitere Infektionen. Näpfe, WCs, Spielzeug und Käfige sind deshalb zu entsorgen oder mit HIV-wirksamem Desinfektionsmittel zu behandeln. Irgendeinwas aus der Fernsehwerbung oder das Antikmittel "Sagrotan" sind hier nicht ausreichend. Bringen Sie nur wirksam geimpfte Neukatzen in das Haus. Gehen Sie hier kein Risiko ein. Die mündliche Bemerkung irgendeiner Tierheimmitarbeiterin "Ist geimpft" sagt garnichts. Wir beraten Sie gern.

Verlauf
Mit dem Blut gelangt der Virus zum nächsten Regional-Lymphknoten, wo er sich in den T-Lymphozyten vermehrt. Dann breitet er sich über das gesamte Lymphsystem aus, d.h. alle Lymphknoten vergrössern sich. Dieses Stadium wird vom Besitzer meist nicht bemerkt. Tage bis Wochen später kann die Katze Fieber und einen Abfall der weissen Blutzellen (Leukopenie) entwickeln. Diese Leukopenie wird vor allem durch einen Abfall der Neutrophilen, der Abwehrzellen gegen Bakterien, und der T-Helferzellen, die eine Schlüsselposition im gesamten Abwehrsystem einnehmen, bewirkt. Später kann auch Anämie, ein Abfall der Roten Blutzellen entstehen. Infizierte Katzen können jahrelang unauffällig bleiben. Schliesslich beginnt eine Immuninsuffizienz und die Abwehrkräfte nehmen ab. Bakterien, Viren und Protozoen, die in der Umwelt jeder Katze vorkommen und gesunde Tiere nicht befallen, führen beim FIV-Patienten zu schwersten Erkrankungen. Diese Sekundärinfektionen sind verantwortlich für die meisten Symptome, die wir mit einer FIV-Infektion verbinden und sie sind die häufigste Todesursache FIV-positiver Katzen.

Symptome
Klinische Zeichen des Immuninsuffizienz-Syndroms können sich an jedem Organ zeigen. Oft sehen wir schlechtes Fell, Dauerfieber und Appetitverlust. Bei der Hälfte der Patienten findet man Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und Maulhöhlenentzündung (Stomatitis). Häufig sind auch chronische oder wiederkehrende Entzündungen von Haut, Blase und oberen Atmungsorganen. Seltener sind Dauerdurchfall und Entzündungen des Auges. Ständige Gewichtsabnahme ist häufig. FIV-Katzen neigen zu bestimmten Tumorarten wie Lymphomen. Aborte und andere Fortpflanzungsstörungen wurden berichtet. Einige Katzen entwickeln Krämpfe, Geistesschwäche oder andere Neuropathien. Manche Patienten zeigen periodisch wiederkehrende Phasen relativen Wohlbefindens. In diesen Fällen folgt das Blutbild dem klinischen Auf und Ab, mit deutlicher Tendenz zur Verschlechterung.

Diagnose
Die Diagnose wird nach Vorbericht, Symptomatik und vor allem FIV-Antikörpertest gestellt. Ein positives Testergebnis besagt, dass die Katze infiziert ist, vermutlich lebenslang bleiben wird, und damit eine Gefahr für andere Katzen darstellt. Da auch falschpositive Testergegnisse vorkommen, kann man zur Sicherheit eine Kontrolluntersuchung nach einer anderen Methode vornehmen. Bei unklarem Laborergebnis bringt eine Kontrolle nach 8-12 Wochen meist Aufschluss. Welpen FIV-kranker Mütter können in den ersten 12-16 Wochen testpositiv sein ohne den Virus selbst zu tragen. In diesem Fall spricht der Test nur auf maternale Antikörper an. Deshalb sind positive Welpen unbedingt mit 6-8 Monaten nachzutesten, um eine eindeutige Aussage zu erhalten. Negatives Testergebnis bedeutet, es wurden keine Antikörper nachgewiesen. In den meisten Fällen heisst das FIV-frei. Da zwischen Ansteckung und Bildung von Antikörpern aber 8-12 Wochen liegen, kann eine Blutentnahme theorethisch in diese Phase fallen und eine gesunde Katze vorspiegeln. Bei begründetem Verdacht also Nachkontrolle 12 Wochen nach letztmöglichem Kontakt mit Virusträgern. Eine Katze im Endstadium ihrer FIV-Erkrankung kann wieder testnegativ werden, wenn das Abwehrsystem erschöpft ist.

Prognose
Die individuelle Lebenserwartung einer FIV-Katze lässt sich natürlich nicht konkret vorauszusagen. Unter Idealbedingungen können die Patienten noch Jahre bei guter Lebensqualität vor sich haben. Hatte der Patient hingegen schon mehrere schwere Sekundärinfektionen oder besteht Dauerfieber und Gewichtsverlust, muss man mit schnellerem Verlauf rechnen. In den USA wird analog zur HIV-Diagnostik das Verhältnis der CD4- zu CD8-Lymphozyten zur Einschätzung der Schwere der Erkrankung herangezogen. Je niedriger dieser Wert, je schlechter die Prognose. Deutscherseits hält man diesen Test für nicht aussagefähig. Therapie
Leider gibt es kein Medikament, das den Virus direkt angreift. Die wichtigste Massnahme ist deshalb der Schutz vor möglichen Sekundärinfektionen. Einzelhaltung ohne Auslauf ist zwingend nötig, schon um die Ansteckung gesunder Katzen zu verhindern. Sekundärinfektionen können bis zu einem gewissen Punkt mit Antibiotika und Antimykotika unterdrückt werden. Ist durch Entzündung der Maulhöhle die Nahrungsaufnahme gefährdet, können Kortisone indiziert sein. Anabolika uund energiereiche Nährpasten können dem Abmagern gegensteuern. Medikamentöse Anregung des Immunsystems ist oft nicht erfolgreich. Ein Versuch sollte jedoch unternommen werden.

Prophylaxe
Es gibt, wie beim verwandten HIV, keine Impfmöglichkeit. Der einzige Schutz wäre die absolute Isolation. Nur im Haus gehaltene Tiere sind kaum gefährdet. Mehrkatzenhaushalte, Heime etc sollten alle Insassen testen. Positive abgeben oder isolieren. Nachkontrolle der negativen nach 12 Wochen. Danach Testen aller Neuzugänge, 12 Wochen Quarantäne und nachtesten. Positive Tiere sind in Einzel-/Haushaltung abgeben oder in konsequenter Quarantäne halten. Jede Schlamperei kann hier tödliche Konsequenzen haben. Da kaum ein Tierheim Zeit und Geld für die erforderlichen Massnahmen aufwendet und durch Feriengäste und Findlinge eine ständige Fluktuation herrscht, sind diese Institutionen wesentlich an der Verbreitung der Erkrankung beteiligt. Wenn Sie eine Heimkatze möchten, schriftlichen Vertrag mit ausdrücklichem Rückgaberecht machen und gleich am ersten Tag zur Blutprobe. Dabei untersuchen wir natürlich auch auf FIP und Leukose.

Gefahr für den Menschen?
Obwohl der Virus mit dem menschlichen HIV verwandt ist, gibt es keinerlei Hinweise auf eine Ansteckungsgefahr für andere Tierarten. Nach heutigem Wissensstand ist der Virus streng wirtsspezifisch, d.h. kommt nur bei Katzen vor.
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Was ist Leukose?

Der Katzen-Leukose-Virus oder FeLV gehört zu den Retroviren und die von ihm ausgelöste Leukose ist in Deutschland nach FIP die verlustreichste Katzeninfektion.

Ansteckung
Der Virus wurde in Speichel und Tränenflüssigkeit nachgewiesen. Auch eine Ausscheidung mit Kot und Urin ist möglich. Deshalb kann der Besitzer die Krankheit zB über die Schuhe ins Haus bringen. Der Erreger bleibt ausserhalb der Katze nur kurz gefährlich. Er wird durch austrocknen und Wärme inaktiviert. Nach Entfernen oder Tod einer Leukose-Katze ist vor Neuanschaffung eine Wartezeit von 30 Tagen ausreichend. Näpfe, Toiletten, Körbe und Spielzeug sind am sichersten zu ersetzen, als zweitbeste Lösung zu desinfizieren. Geeignete Desinfektionsmitteln haben auf dem Etikett "HIV/HBV-wirksam" stehen. Kunststoff-Böden und Fliesen gründlich reinigen und dann desinfizieren. Teppichböden und Teppiche gründlich saugen. Dann ist nach der 30-Tagefrist die Wohnung als sicher für einen Neuzugang zu bezeichnen. Nach Ihrer traurigen Erfahrung mit Leukose werden Sie für die "Neue" natürlich unverzüglich einen Termin zur Blutprobe vereinbaren, um FIP/FIV/FeLV auszuschliessen. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass der FeL-Virus auf andere Tierarten als Katzen übertragbar wäre. Man kann nach derzeitigem Wissensstand eine Gefahr für Menschen, Hunde usw ausschliessen.

Symptome
Häufige Symptome die auf FeLV zurückgehen, sind Anämie, Gelbsucht, Gewichtsabnahme, Appetitverlust, Durchfall oder Verstopfung, Blut im Stuhl, verdickte Lymphknoten, Atemnot, allgemeine Lustlosigkeit, Vieltrinken, Abort und Resorption von Föten, Unfruchtbarkeit, Geburt von Kümmerern. FeLV kann Abwehrschwäche bewirken, was jede schwere, chronische Infektion Leukose-verdächtig macht. Bei einigen Leukose-Patienten entstehen Tumore. In diesen Katzen können durch die Tumore Atemprobleme, Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Leber- und Nierenerkrankungen, Augentrübung und Nervenkrankheiten ausgelöst werden.

Labortests und ihre Interpretation
Es gibt zwei Testverfahren zum Nachweis von FeLV. Der ELISA findet Viruseiweiss im Serum, der IFA weist das Protein in Blutzellen nach. In zwei Stadien einer Leukose ist das Virus im Blut nachweisbar. Der ELISA zeigt schon die primäre Virämie an, bevor das Knochenmark befallen ist. Es ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, ab das Abwehrsystem der Katze es schaffen wird, den Virus zu elimieren oder nicht. ELISA spricht auch im zweiten Stadium an, wenn der Virus sich im Knochenmark etabliert hat. ELISA kann auch, mit hoher Fehlerquote, auf Tränenflüssigkeit und Speichel angewandt werden. IFA hingegen spricht nur im zweiten Stadium an, wenn der Körper keine Chance mehr hat, den Virus zu eliminieren. IFA-positiv heisst übersetzt deshalb: "wahrscheinlicher Dauerausscheider". Ein negatives Testergebnis kann mehreres bedeuten:
1) Nie in Kontakt mit dem Virus
2) Hat sich erst kurz zuvor angesteckt
3) Hat eine Infektion überwunden
4) Die Blutentnahme fiel in eine Ruhephase der Virusausbreitung

Prognose
Selbst wenn zwei Tests nacheinander positiv waren, heisst das noch nicht, dass die Katze bald sterben muss. Eine ansonsten gesunde Katze kann mit Leukose durchaus noch Monate oder Jahre leben. Die konkrete Lebenserwartung lässt sich natürlich nicht voraussagen. Jedoch scheidet die Katze wahrscheinlich Viren aus und es sind Massnahmen erforderlich, um die Übertragung auf andere Katzen zu verhindern. Weiterhin sind Leukose-Patienten wegen der immunsuppressiven Wirkung des Virus krankheitsanfällig und bedürfen sorgfältiger Beobachtung und sofortiger tierärztlicher Hilfe, sollten sich Symptome einer Infektion zeigen. Ein gewisser Teil erwachsener Katzen, die Kontakt mit dem Virus haben, entwickeln eine natürliche Immunität. In der Regel ist bei diesen Tieren in Blut und Knochenmark kein Virus nachweisbar und sie erreichen ein normales Alter. In einigen Fällen ist der Virus aber nur eingekapselt. Stress, Krankheiten oder Kortisone können zur Virusaktivierung und damit zum Krankheitsausbruch führen.

Behandlung
Leider gibt es keine Therapie, die zu einer Heilung führt. Bestenfalls gelingt ein zurückdrängen der Krankheit für eine gewisse Zeit. Bestimmte Chemotherapeuthika sind auch bei der Katze anwendbar, die Nebenwirkungen sind wie in der Humanmedizin hochproblematisch. Noch im Versuchsstadium sind Interferone. Auch Virostatika inaktivieren den Virus leider nicht. In einigen tumorösen Fällen sind Kortikoide hilfreich. Natürlich sind die Patienten unter dieser Behandlung doppelt infektionsgefährdet wegen der Immunsuppression durch die Kortikoide. Es gibt sicher Fälle, wo die Behandlung Euthanasie heisst. Sei es, dass die Katze leidet, sei es dass sie eine Gefahr für andere darstellt und Quarantäne unmöglich ist.

Vorbeugung / Impfung
Seit vielen Jahren gibt es wirksame Impfstoffe gegen FeLV. Umso unverständlicher ist es, dass immer wieder ungeimpfte Katzen vorgestellt werden. Die Leukose-Impfstoffe sind genauso sicher wie andere Impfstoffe der Katze. Natürlich kann jede Impfung in Ausnahmefällen zu einer leichten Reaktion führen. Die überwiegende Mehrzahl der Impflinge zeigt keinerlei Symptome. Mögliche Nebenwirkungen wären allgemeine Mattigkeit für ein oder zwei Tage, lokale Schwellung oder allergischer Durchfall mit Fieber. Im Fall von Fieber oder Durchfall wäre tierärztliche Hilfe nötig. Die überwiegende Mehrzahl der geimpften Katzen blockt eine Infektion sofort ab. Einige der geimpften Tiere werden nach Virus-Kontakt vorübergehend laborpositiv. Bei diesen Katzen dauert es bis zu 12 Wochen bis die Antikörper den Virus eliminiert haben. Sie sind in dieser Zeit beschwerdefrei. Eine kleine Minderheit bildet leider keine Antikörper und bleibt somit trotz Impfung ungeschützt. Diese kleine Gruppe der "Impfversager" gibt es grundsätzlich bei jeder Impfung bei Mensch und Tier. Aus diesem Grund dürfen auch geimpfte Tiere nicht mit Leukose-positiven zusammengehalten werden. Die Erstimpfung der Jungtiere erfolgt mit 9 Wochen. Mit 12 Wochen ist eine Verstärkungsimpfung ("Booster")erforderlich. Ab dann wird jedes Jahr nur noch einmal aufgefrischt. Sanierung von Zuchtbetrieben usw. In Katzenzuchten und Heimen ist die einzig wirksame Methode der IFA-Test an allen Tieren und das Entfernen aller positiven. Die negativen sind zu impfen und alle 3-6 Monate nachzutesten. Erst nach einem Jahr kann man den Bestand dann als leukosefrei bezeichnen. Vor dieser Zeit darf kein Neuzugang erfolgen. Danach sind neue Katzen zu testen, falls negativ zwei Monate in Quarantäne zu halten, nachzutesten, und erst dann in Kontakt mit dem Altbestand zu bringen.
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Toxoplasmose

eine häufige Infektion bei zwei- und mehrbeinigen Säugetieren, wird durch einen Einzeller namens Toxoplasma gondii ausgelöst. Diese Protozoen gehören zu den ursprünglichsten aller Lebewesen. Infektionen mit Toxoplasma sind häufig, meist aber ohne Krankheitssymptome.

Entwicklungsstadien
Katzen sind die Endwirte, in denen der Parasit die Fortpflanzungsreife erreicht. Menschen und andere Säugetiere dienen nur als Zwischenwirte. Die Katze infiziert sich durch Verzehr ungekochter Mäuse oder Vögel. Der Parasit vermehrt sich zuerst in den Darmzellen der Katze. Er produziert massenhaft so genannte Oozysten, die der Wirt 2 bis 3 Wochen lang ausscheidet. Dies erfolgt nur während der akuten Infektion, kaum jedoch nach der akuten Phase oder bei Reinfektion. Die Zysten reifen ausserhalb der Katze in 5 Tagen zur infektionsfähigen Form heran. Nach der Reife bleiben Sie im feuchten Boden noch monatelang ansteckend. Die plazentare Ansteckung im Mutterleib kommt bei Schaf, Ziege und Mensch vor, kaum jedoch bei der Katze. Einige der Parasiten dringen in tiefer liegende Darmzellen der Katze oder der Zwischenwirte ein und verwandeln sich in so genannte Tachyzoiten. Diese breiten sich in verschiedene Organe aus und werden schliesslich vom wirtseigenen Abwehrsystem zur Verkapselung, meist im Muskel oder Hirn, gezwungen. Diese Ruheform bleibt normal bis zum Lebensende des Wirtes inaktiv.

Symptome
Die meisten Toxoplasmosen der Katze verlaufen symptomlos. Mögliche Frühsymptome sind Apathie, Appetitlosigkeit und Fieber. Später können Pneumonie, Hepatitis, Pankreatitis, Augen- (nicht Bindehaut-) entzündung und Hirnentzündung auftreten. Die Symptome sind dann: Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Gelbsucht, Lymphknotenvergrösserung, ungleiche Pupillen, Lichtempfindlichkeit, Blindheit, Koordinationsstörungen, Berührungsempfindlichkeit, Persönlichkeitsänderungen, Ohrenzucken, Kau- und Schluckbeschwerden, Krämpfe, Stubenunreinheit.

Diagnose
Die Kotuntersuchung gibt Aufschluss ob momentan Oozysten ausgeschieden werden. Aufgrund der Zyklizität der Ausscheidung ist eine 3malige Untersuchung im Abstand von 14 Tagen sinnvoll. Bei Erregernachweis ist dringend anzuraten, den Patienten für 3 Wochen ausser Haus zu geben. Bei negativer Kotprobe ist die Blutuntersuchung sinnvoll, die sagt ob die Katze schon Kontakt mit dem Erreger hatte und dann jetzt wahrscheinlich immun ist. Negativ getestete Freigänger mit jagdlichen Ambitionen können sich natürlich jederzeit über ihre Beute infizieren und bis zu 3 Wochen Oozysten ausscheiden. Negativ getestete Wohnungskatzen die ausschliesslich mit Fertigfutter ernährt werden, sind weder gefährdet noch potentielle Überträger.

Behandlung
Es gibt verschiedene Antibiotika, die aktive Toxoplasmen in den verschiedenen Wirtsspezies erfolgreich angreifen.

Toxoplasmose des Menschen
Schätzungen behaupten, dass 30-50 Prozent der Weltpopulation verkapselte Toxoplasmen in sich tragen. Durch immunschwächende Vorgänge, z.B. Kortisoneinnahme oder HIV, können die Ruheformen aktiviert werden.

1) In Entwicklungsländern spielt der Kontakt zu verseuchter Erde die grösste Rolle, in Industrieländern der Verzehr halbgarer oder roher Fleischspeisen, speziell Lamm und Schwein. Ca. 10% Lammfleisches und 25% des Schweinefleisches enthalten Oozysten (Zahlen für USA). Auch rohe Milch, z.B. Ziegenmilch kann zystenhaltig sein.
2) An zweiter Stelle steht die Ansteckung über rohes Gemüse und Kräuter, die in verseuchter Erde gewachsen sind.
3) Weit abgeschlagen und von mehr theoretischer als praktischer Bedeutung sind Katzentoiletten. Händewaschen nach deren Reinigung ist trotzdem nicht übertrieben.
Da die Oozysten nach Ausscheidung durch eine Katze noch 5 Tage zur Reifung brauchen, ist die direkte Ansteckung durch eine Katze, die sich pflegt, praktisch unmöglich. Die Ansteckung des Fötus über die Plazenta ist eine grosse Sorge jeder werdenden Mutter. Bei Ansteckung der Mutter während der Schwangerschaft werden auch ca. 30-50% der Föten befallen. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sind fötale Infektionen selten aber am folgenreichsten (bis zum Abort), im letzten Drittel am häufigsten und harmlosesten. Die meisten Mütter, die ihre Föten infizieren, zeigen selbst keine Krankheitszeichen. In den USA werden jährlich etwa 3000 Babys schon in der Mutter infiziert. Symptome können direkt nach der Geburt, viele Jahre später oder, meist, nie auftreten. Augen- und ZNS-Störungen, Taubheit, Fieber, Gelbsucht, Hautausschläge, Atemwegserkrankungen und Herzkrankheiten sind die häufigsten Formen.

Vorbeugung
Bis jetzt gibt es keine Impfstoffe zum Schutz des Endwirtes und der Zwischenwirte, z.B. des Menschen. Die ansteckungsfähigen Zysten werden nur durch intensives Garen (Kerntemperatur 70 Grad C 15 min lang) neutralisiert. Einfrieren, pökeln oder räuchern sind nicht zuverlässig wirksam. Weder Mensch noch Katze sollten rohes oder halbrohes Fleisch essen. Nicht ganz einfach bei Aussenkatzen mit einer Vorliebe für frisches Mäusetartar. Katzentoiletten und Gartenerde sind prinzipiell als infektiös zu betrachten. Deshalb Katzenklo täglich reinigen und danach sowie nach jeder Gartenarbeit Händewaschen.

Schwangere sollten etwas aufwendigere Massnahmen zum Schutz ihres Ungeborenen ergreifen.
1) Rohmilch und -produkte sowie Roh- oder Halbrohfleisch aus der Ernährung streichen. Das gleiche gilt für rohes Gemüse und Obst wegen des möglichen Kontaktes mit verseuchter Erde. Das verbietet zB Salat, frische Kräuter und die meiste Sorten Rohkost in der Schwangerenernährung. Geschältes Obst ist ok. Beim Kochen jeden direkten und indirekten Kontakt mit Rohfleisch und Rohgemüse vermeiden. Dazu gehören natürlich auch die Schneidbretter und Messer. Was heisst das praktisch? Beim Kochen gute medizinische Gummihandschuhe und danach Händewaschen.
2) Test der Katzen.
3) Test der werdenden Mutter. Laut Cornell University früh, am besten vor der Schwangerschaft. Nach diesem Rat scheiden Zufallsbekanntschaften als Wunschväter dann wohl leider aus. Testet die Mutter schon vor der Schwangerschaft positiv, ist das Risiko einer Übertragung auf den Fötus gering. Ist sie negativ, besteht das Risiko einer Erstinfektion während der Schwangerschaft mit Ansteckung des Föten.
4) In der Katzenernährung Rohmilch und -produkte sowie Roh- oder Halbrohfleisch vermeiden. Falls machbar bei negativ getesteten Katzen den Freigang streichen. Aus dem Schlafzimmer konsequent aussperren.
5) Die Reinigung der Katzentoilette delegieren, um jedes Restrisiko auszuschliessen. Täglich saubermachen lassen.
6) Kontakt zu Fremdkatzen vermeiden.
7) Gartenarbeit komplett aussetzen. Gartenerde ist immer potenziell infektiös.
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